Blockchain

„Der eigentliche Sinn einer Blockchain besteht darin, dass Menschen – insbesondere all die Personen, die einander nicht vertrauen – wertvolle Daten auf eine manipulationssichere Weise teilen können.“ — MIT Technology Review

Diese Aussage der MIT Technology Review ist trügerisch und kann als eine Halb-Wahrheit betrachtet werden. Fakt ist: Nicht alle Blockchain-Systeme sind gleich und die simple Verwendung einer „Blockchain“ garantiert nicht, dass wir es mit einer manipulationssicheren Lösung zu tun haben. In der Regel haben Blockchains, die auf Unternehmen ausgerichtet sind, einen “Blockchain-Hook”, welcher für Werbezwecke eingesetzt wird. Im Hintergrund unterscheiden sie sich nicht allzu sehr von herkömmlichen zentralisierten Datenbanken oder Cloud-Diensten.

Wie ist das möglich? Um dies zu verdeutlichen, sehen wir uns ein paar Grundlagen zur Blockchain näher an. Wir versuchen die Definitionen so einfach wie möglich zu halten.

Was ist eine BLOCKCHAIN?

  • Eine Blockchain ist eine Art Datenbank, bei der die Informationen in Blöcken strukturiert und gleichzeitig auf verschiedenen Computern (Nodes) gespeichert werden (dezentral).

  • Es ist eine Form der Distributed Ledger Technology (DLT) ), die mit einem Peer-to-Peer-Protokoll arbeitet und die verschiedenen Nodes miteinander verbindet.

  • Jeder Node enthält die gleichen Informationen (mit den gleichen Blöcken).

  • Durch diese „Dezentralisierung“ der Datenbank (Spiegelkopien) kann das System im Korruptionsfall die Transaktionen verifizieren, falls es verändert oder angegriffen wurde.

  • Die meisten Blockchains arbeiten auf Konsensbasis, d. h. wenn die Mehrheit der Nodes über die gleichen Informationen verfügt, so nimmt das Protokoll an, dass die darin enthaltenen Informationen wahrheitsgemäß sind.

Wie sicher ist also eine Blockchain? Wie bereits erwähnt, wird der Wahrheitsgehalt einer Blockchain durch einen Konsensalgorithmus erzeugt. Die Nodes entscheiden gemeinsam, was wahr ist und was nicht. Das deutet darauf hin, dass die Antwort hauptsächlich davon abhängt:

  1. wie viele Nodes existieren.

  2. wer diese Nodes kontrolliert.

Stellen wir uns eine Situation vor, in der wir eine Blockchain erschaffen (oder eine auf dem Markt verfügbare Lösung für Unternehmen verwenden) und ein Netzwerk mit 3 Nodes erstellen. Zum Markenaufbau und für kommerzielle Zwecke können wir zwar korrekterweise davon sprechen, dass wir eine Blockchain-Lösung verwenden, doch die Manipulationssicherheit unseres Systems wird (zumindest) diskutabel sein. Der Anbieter der Lösung (dem auch die 3 Nodes gehören) kann die Wahrheit innerhalb der Blockchain jederzeit verändern, so wie er auch den Konsens bei Bedarf verändern kann. Das Gleiche passiert bei Unternehmen, die Konsortien oder private Blockchains mit Ausnahmegenehmigungen erstellen, wo die Nodes(Unternehmen) sich darauf einigen, Informationen zu modifizieren oder zu löschen; diese Möglichkeit besteht jederzeit. Auch wenn dies attraktiv klingen mag, bietet diese Art von Blockchain-Lösung keinen zusätzlichen Nutzen gegenüber einer zentralisierten Datenbank, bei welcher der oder die Eigentümer selbst die Kontrolle haben.

Zu den wirklich vertrauenswürdigen Blockchain-Netzwerken gehören solche, die für den öffentlichen Gebrauch bestimmt sind und bei denen die Informationen so strukturiert sind, dass sie nicht verändert werden können. Öffentliche Blockchains arbeiten mit einer Anreizlogik, die das Speichern von Werten darauf ermöglicht. Zu den zwei wichtigsten vorhandenen Blockchain-Netzwerken gehören: Bitcoin (100.000 Nodes) und Ethereum (8.000 Nodes); und beide widerstehen täglich Tausenden von erfolglosen Versuchen, die in der verteilten Datenbank enthaltenen Informationen zu verändern.

Der Betrieb von Authena ist auf der Ethereum-Blockchain gesichert. Unser Framework ist jedoch Blockchain-agnostisch und kann leicht an jedes beliebige Protokoll angepasst werden, sofern sich dieses sich als zuverlässig und sicher erweist.

Ethereum funktioniert nicht nur als Währung, sondern ermöglicht die dezentrale Ausführung von „Smart Contracts“. Zur allgemeinen Orientierung: Ein Smart Contract ist wahrscheinlich weder intelligent noch ein Vertrag, auch wenn der Begriff technisch klingt. Ein Smart Contract ist ein Computerprogramm, das dezentral gespeichert und ausgeführt wird. Stark vereinfacht: Jeder Node/Computer hat eine Kopie desselben Computerprogramms, und wenn wir zur Ausführung dieses Smart Contracts/Programms aufrufen, führt jeder Node/Computer es lokal und gleichzeitig aus. Nachdem die Ausführung in mehreren Nodes abgeschlossen ist, erhält jeder einzelne Node ein Ergebnis. Danach definiert das Konsensprotokoll „EVM – Ethereum Virtual Machine“, dass das korrekte „Ergebnis“ für die Ausführung dieses Smart Contracts dasjenige ist, welches die Mehrheit erzielt hat.

Die von Authena eingesetzten „Smart Contracts“ ermöglichen es unserer Lösung, sich direkt mit dem Ethereum-Mainnet zu verbinden und in 8.000 Computern gleichzeitig den Nachweis und den Lebenszyklus unserer gesicherten Produkte zu schreiben. Jede Interaktion wird mit einem Zeitstempel versehen und auf autonome Weise überwacht, wodurch eine echte digitale Blockchain-Wahrheit geschaffen wird, die das widerspiegelt, was in der physischen Welt geschieht.

Ausgewählt als TOP PICK in der Kategorie blockchain auf der TechCrunch Disrupt Berlin 2019